Archiv für die Kategorie ‘Tu huus in Mecklenburg’

Nicht ohne meinen Koffer

Februar 26, 2008

Als ich vorgestern wie jeden Sonntag bei meiner Oma und meinem Onkel anrief, kamen wir wie üblich auf unsere bevorstehende Reise in die USA zu sprechen. Für mich als absoluter Reisenarr gibt es generell nichts Schöneres als zu verreisen. Natürlich kommt dazu immer ein gewisser Aufwand insbesondere wenn wir allein eine Tour an die Westküste machen wollen. Eigentlich auch nicht weiter kompliziert. Zumindest dachte ich das bis jetzt. Nun gut. Das mein Onkel aus Allem eine Wissenschaft machen muss und auf alle seine Fragen die Antwort im Wunderwerk Internet sieht, die ich dann heraussuchen darf, bin ich bereits gewöhnt. Und wahrscheinlich hat seine minutiöse Reiseplanung auch etwas Gutes, denn so können wir wirklich den Urlaub intensiv ausnutzen, auch wenn ich ihn hin und wieder auf das Wesentliche an Sightseeing verweisen muss. Denn wer bitte will in den USA ein Schloss sehen, dass ein Mischmasch aus europäischer Architektur ist?

Mittlerweile dachte ich nun auch, dass wir alles geklärt hätten. Wären da nur nicht die Koffer. Bisher diente ich als eine Art Verleihzentrum jeglicher Art von Koffer in meiner Familie. Denn bei meinen unzähligen Auslandsaufenthalten und Umzügen kann ich ein gutes Sortiment an Gepäckstücken vorweisen. Generell sollte es ja kein Problem sein, dass Gepäck von drei Personen für drei Wochen in zwei großen Koffern unter zu bringen. Nun ja, wer das glaubt hat nicht mit meiner Oma gerechnet. Denn die alte Dame besteht partout auf ihren eigenen Koffer. Nichts mit Koffer teilen, wozu denn auch? Laut ihrer Berechnung passen doch 3 Koffer à 70cm ohne Probleme in den Kofferraum eines jeden Autos. Mir ist dabei schon bewusst, dass in den USA zwar alles größer (dabei aber nicht unbedingt besser) ist, aber es bleibt doch fraglich inwiefern sich meine Oma den Koffertransport vorstellt. Ganz zu schweigen wie wir zum Flughafen in Deutschland kommen. Mein Papa hat dazu nur ganz trocken gemeint, dass das Gepäck samt meiner Oma und meinem Onkel ohne Probleme hinten in seinem Hundefänger verstaut werden könnte. Sogar Paulinski hätte dann hinten noch Platz. Ich dürfte natürlich vorne sitzen.

Schade nur, dass es schließlich auf das Übliche hinauslief und zwar, dass der Klügere nachgibt. Der Klügere bin natürlich ich. Dabei aber auch irgendwie die Dumme. Denn während mein Onkel und meine Oma ihre normalen Koffer nutzen können, die sie eh nie voll bekommen werden, obwohl ich bei meiner Oma stark davon ausgehen kann, dass sie ihren halben Kleiderschrank mitnimmt – ich meine, hallo, wer bitte verpackt seine Blusen in einem extra Karton? – muss ich nun mein Gepäck in einem Handgepäckskoffer verstauen und in einem Cityrucksack. Auch wenn ich bestimmt nicht meinen gesamten Kleiderschrank für knappe drei Wochen Urlaub einplane, könnte es doch ein wenig knapp werden mit dem Platz, vor allem wenn ich in den USA wie geplant shoppen gehe. Wahrscheinlich bleibt mir dann nichts anderes übrig als in den USA einen neuen Koffer zu kaufen. Aber immerhin hat das auch wieder etwas Positives, denn so können sich mein Onkel und meine Oma den neuen Koffer jederzeit für ihre Reisen ausleihen. Mein Papa würde jetzt bestimmt wieder sagen, ‚das haben die von Anfang an so geplant.’